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Meine Maturaarbeit in Kürze

2022

Darum geht es

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Problemstellung

Lebensmittelverschwendung, sogenannter «Food Waste», ist eine globale Tatsache mit weitreichenden Folgen. Weltweit werden jährlich 1,6 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet, was einem Drittel der gesamten Weltproduktion an Lebensmitteln entspricht.[1] In der Schweiz sind es 2,8 Millionen Tonnen oder 330 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf und Jahr.[2] Betrachtet man diese Verluste nach Lebensmittelkategorien, werden Gemüse und Obst am meisten verschwendet. Fast die Hälfte davon geht entlang der Lieferkette verloren.[3]

Viele Menschen verbinden den Begriff «Food Waste» mit Nahrungsmitteln, die in den Läden keine Käufer finden oder im eigenen Haushalt weggeworfen werden. Dabei gehen Lebensmittel entlang der gesamten Lebensmittelkette, vom Produzenten bis zum Konsumenten, verloren oder werden verschwendet. Weltweit gesehen, geht von allen weggeworfenen Lebensmitteln die grösste Menge, d. h. 500 Tonnen oder 32 Prozent, schon auf der ersten Stufe der Produktion verloren (Abb. 1). So gelangen einwandfrei geniessbares Gemüse und Obst beispielsweise nicht einmal in den Verkauf und müssen bereits ab Feld einem anderen Zweck als der Nahrung für Menschen zugeführt werden. Was sind die Gründe dafür? – Verschiedene. Oftmals sind es lediglich optische Mängel, die nicht akzeptiert werden: zu klein, zu krumm, zu fleckig. 

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Abbildung 1: «Food Loss and Waste Occur Across the Value Chain». BCG, 2019. 

Lebensmittelverschwendung ist ein ethisches, ökonomisches und ökologisches Problem, das alle Menschen betrifft, egal, ob arm oder reich. 

Klar ist: Wenn wir etwas nachhaltig verbessern wollen, sind neben der Politik auch die Produzentinnen und Produzenten, der Handel sowie die Konsumentinnen und Konsumenten gefordert. Ebenso klar ist: Wir müssen und können in unserem unmittelbaren Handlungsraum aktiv werden, wenn wir im Grossen etwas bewirken wollen. 

Einwandfrei geniessbare Lebensmittel aus optischen Gründen wegzuwerfen, scheint niemandem vernünftig. Wenn wir es schaffen, neue Perspektiven einzunehmen und beim Einkaufen mehr die Vernunft als das Auge zu gebrauchen, sind wir auf dem richtigen Weg.

Fokus und Vorgehen

Ich fokussiere in meiner Maturaarbeit auf dieses globale Problem, das sich auch in meinem Umfeld manifestiert und will die Situation der Gemüse- und Obstverluste zwischen Feld und Regal im Kanton Schwyz untersuchen.

Dazu habe ich Zahlen und Daten aus dem Kanton erhoben, die Meinung bei Schwyzer Betrieben, Konsumentinnen und Konsumenten sowie Detailhändlern eingeholt und Geschmackstests mit normkonformen und nicht normkonformen Produkten durchgeführt.

 

Der zentrale Befund: Mehr als ein Fünftel des produzierten Gemüses und Obstes aus der Produktion der teilnehmenden Schwyzer Betriebe gelangt nicht in den Verkauf. Der Grossteil der befragten Konsumentinnen und Konsumenten ist bereit, künftig auch nicht perfektes Gemüse und Obst zu kaufen, um Lebensmittelverluste zu verringern. Die Normen der Detailhändler werden in Absprache mit den Produzenten angepasst, richten sich jedoch stark nach dem Wunsch der Konsumentinnen und Konsumenten: Wer kauft, bestimmt. Zuletzt hat sich gezeigt, dass nicht normkonforme Produkte geschmacklich ebenso gut abschneiden können, wie die normkonformen. 

 

All diese Umfragen und Tests bilden die Grundlage für meine fünf Lösungsvorschläge sowie die Informations- und Sensibilisierungsmassnahmen, die ich über meinen Instagram-Account und meine Website verfolge unter dem Slogan: «Krumm schmeckt auch!»

Schaue doch, was die drei Akteure im Rahmen meiner Umfragen zur Verringerung von Lebensmittelverlusten meinen:

Versuchstest
«Krumm schmeckt auch!»

Ganz nach meinem Slogan „Krumm schmeckt auch!“ führte ich im Rahmen der Arbeit unter Anderem verschiedene Geschmackstest durch. Dabei durfte der Satz „ Das Auge isst mit“ nicht gelten, weshalb ich die Geschmackstests als Blindtests durchgeführt habe, denn bekanntlich zählt doch das Innere und nicht das Äussere! Gerade bei Obst und Gemüse, das zuhause nicht ausgestellt, sondern verwertet wird, sollte „Schönheit“ kein Kriterium mehr für Geniessbarkeit sein. Ich wollte den Leuten mit diesem Vergleichstest zeigen, dass optisch nicht perfektes Gemüse und Obst geschmacklich genauso gut sein kann wie die optisch perfekten Pendants. 

Für diesen Geschmackstest besorgte ich normkonformes und nicht normkonformes Gemüse und Obst aus dem Detailhandel oder von Produzenten aus der March. 

Quellenbelege

Alle Quellen, die ich für diese Website verwendet habe, finden sich unter folgendem Button:

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